Vortrag in der GHS „Medien & Pubertät“ war gut besucht

Gut besuchte Aula bestätigt Aktualität des Themas

Griesheim. Zum Thema „Medien & Pubertät“ hatte der Schulelternbeirat (SEB) der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) am 29.01.2019 in die Aula eingeladen. Der Vortrag wandte sich an interessierte Eltern von GHS-Schülern, die auch ihre Kinder ab Jahrgangsstufe 8 mitbringen konnten. Auch die Eltern der Griesheimer Grundschulen waren willkommen. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Schulleiterin Frau Muthmann und die SEB-Vorsitzende Frau Knechtel stieg der Referent Peter Holnick gleich in das Thema ein.
Um was geht es? Wenn sich ein Kind ab dem Alter von ca. 10 Jahren verändert und sich sein Körper und sein Gehirn umbauen, sprechen wir von der „Pubertät“.
Wenn dann noch die Digitalisierung, die ähnliche Veränderungsprozesse mit sich bringt, dazu kommt, ist das Chaos perfekt. Gibt es vielleicht sogar Parallelen zwischen Pubertät und Digitalisierung?
Peter Holnick, Geschäftsführer des Instituts für Medienpädagogik und Kommunikation (MuK) Hessen gab Einblicke in beide Welten und zeigte, was wir tun können, damit wir unsere Kinder in dieser Phase des echten und digitalen Lebens verstehen und gut begleiten können.
Mit aktuellen Medienbeispielen, kleinen Videos, Erlebnissen aus seinem eigenen familiären Lebensumfeld und Erkenntnissen aus der Forschung fesselte Peter Holnick sein Publikum. Mancher Schmunzler zeugte davon, dass die Anregung zum Nachdenken auch humorvoll sein kann.
Dabei durften auch Provokationen nicht fehlen. Jugendliche brauchen für ihre Entwicklung Herausforderungen, und zwar im richtigen Leben. Dazu sind körperliche Erlebnisse notwendig, und gelegentlich aufgeschlagene Knie sind nicht schädlich, sondern eher “nützlich“. Eltern sollte lösbare Krisen (Abenteuer) anbieten oder inszenieren.
Für die richtige Nutzung des Internets gibt es kein Patentrezept. Die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien erfordert eine kritische Einstellung. Dabei besteht nicht die Absicht, den Jugendlichen (und so manchem Erwachsenen) den Spaß an Medien zu verderben, sondern bewusst zu machen, das bei manchem Format das „Drama aus dem sogenannten Leben“ nach Drehbuch abläuft oder bei einem Wettbewerb der Sieger schon vorher beim Casting ermittelt wurde. Auch bei Internet-Spielen werden positive Fähigkeit gefördert, es kommt jedoch immer auf den Inhalt und die Dosis an. Kurzum: Die Generation Internet bewegt sich zwischen Glück und Abhängigkeit. Das kritische Bewusstsein dafür schaffen Eltern nur durch Gespräche auf Augenhöhe.
Über 80 Zuhörer füllten die Aula der GHS und bestätigten dem SEB ein gutes Gespür für ein aktuelles Thema. Mancher Zuhörer nutzte nach dem lebendigen Vortrag noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich mit Herrn Holnick auszutauschen.